Ich angle seit einigen Jahren am Edersee und wie jedes Jahr am Anfang der Hechtsaison und solange der See noch voll ist konzentriere ich mich auf den Uferbereich mit in Wasser stehenden und überfluteten Büschen.
Normalerweise lasse ich das Boot von Wind treiben und spinnfische dabei den Uferbereich ab, doch heute sollte es anders sein. Am See angekommen musste ich feststellen dass der Wind ungünstig wehte und so entschied ich mich zu schleppen, wie es sich später herausstellte war dass die richtige Entscheidung.
Schnell waren die Köder montiert, Ruten in die Rutenhalter und los ging es. Diese Art zu angeln hat mir schon viele Hechte gebracht aber auch viele Hänger und Abrisse von Wobblern, es sind nämlich sehr viele einzeln stehende Büsche unter Wasser und machen das Angeln in dem Uferbereich kompliziert.
Aufmerksam beobachtete ich die Rutenspitzen, die durch gleichmäßiges Vibrieren die saubere Arbeit der Wobbler zeigten, plötzlich krümmte sich eine der Ruten ich setzte einen Anschlag und spürte Wiederstand doch leider nicht des kämpfenden Hechtes sondern eines Busches.
Nach der Befreiung des Wobblers ging es mit dem gleichen Tempo weiter, die Flachwasserzone endete in kürze und die Tiefe fiel auf 18-20 Meter, es war für mich ein klares Zeichen das Boot zu drehen, ich machte einen großen Bogen und steuerte den Flachwasserbereich an.
Ich schaute mir schon die Köder-box an und überlegte welche Wobbler ich als nächstes dran mache, die krumme Rute reiste mich aus diesen Gedanken und ich setzte ein Anhieb, wieder ein Hänger? Wie, hier ein Hänger, es müssen noch mindestens 15-20 Meter unter dem Boot sein schoss mir durch dem Kopf.
Zeitgleich mit dem Gedanken bog sich die Rutte noch mehr und etwas Mächtiges zog mir ca.30 Meter Schnur von der Rolle, mein Herz schlug schneller und schneller ich wusste da ist etwas Großes am anderen Ende. Es folgten mehrere kraftvolle Fluchten in die Tiefe biss ich den Fisch endlich sah, es war eine riesige Hechtdame. Nun war die an der Oberfläche und müsste eigentlich müde sein, doch die hatte noch genug Energie und gab wieder Gas, schoss komplett aus dem Wasser und probierte den Wobbler abzuschütteln. Doch der Drilling saß gut in dem Maulwinkel fest, kurz danach folgte noch ein Sprung direkt in der Bootsnähe, so dass ich einiges an Wasser abbekam. Nach ca. siebenminütigen Drill schwächte die Gegenwehr ab, die Hübsche hatte Ihr Pulver verschossen und ich konnte sie siecher Landen.
Mit rasenden Herz und zitternden Knien hielt ich einen Prachtfisch in den Händen und war überglücklich!
Mit diesen Fisch habe ich mein persönliches Ziel einen 110cm. Hecht zu fangen, welches ich seit 2 Jahren verfolge, übertroffen und ein neues Ziel 120+ zu fangen gesetzt.
In dem Sinne wünsche ich allen fleißigen Anglern Petri Heil!!!
Dimitri Schill